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oön  21.10.2006


Burgenland: Ein neuer Konzertsaal für Franz Liszt
"Liszten" jetzt in Raiding von Michael Wruss

Da könnte man direkt neidisch werden. Würden doch bloß alle Kulturbauprojekte so schnell umgesetzt werden wie der Franz Liszt Konzertsaal im burgenländischen Raiding. Dabei ist die dortige Liszt Gesellschaft erst im September 2003 gegründet worden, um die Pflege des etwas in den Schatten gerückten Werks des wohl bedeutendsten Sohns zu intensivieren. Gleich als erstes Ziel wurde der Bau eines Konzerthauses neben dem Geburtshaus beschlossen.

Mit Geburtshaus verschmolzen
Ende Jänner 2005 bekam das Rotterdamer Atelier Kempe Thill den Zuschlag zur Realisierung seines Entwurfs. Spatenstich war im Juni 2005, und bereits ein Jahr später konnten die größten je in Österreich verbauten Fenster eingesetzt werden: Eines der vier je fünf Zentimeter dicken und 52 m2 großen Acrylfenster wiegt 14 Tonnen. Effekt ist, dass der doch voluminöse Baukörper Ein-, Aus- und Durchblicke gestattet, die so die moderne Architektur ideal in das dörfliche Umfeld integrieren und optisch mit dem benachbarten Geburtshaus verschmelzen lassen. 

Interessante Spurensuche
Der rechteckige Saal für 570 Zuhörer ist eine vom übrigen Haus getrennte Holzkonstruktion und verspricht optimale akustische Verhältnisse. Zurzeit findet hier das erste Liszt Festival Raiding statt. Das Motto "Liszten in Raiding" führt auf eine interessante Spurensuche, die vom Liedschaffen (gestern Angelika Kirchschlager) bis zur h-moll-Sonate (Oleg Maisenberg, 22.10.) führt. Mischa und Lilly Maisky werden heute mit ihrem Programm die Kammermusiktauglichkeit des Saales erkunden.