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architektur liszt zentrum


Die Architektur des Franz Liszt Zentrums in Raiding
Sehen – hören – erleben sind die Kriterien, die erfolgreich kombiniert werden müssen, damit ein Konzerthaus angenommen wird. Die spezielle Aufgaben­stellung für das Franz Liszt Konzerthaus Raiding hat darüber hinaus auch noch das relativ kleine und schlichte Geburtshauses und die ländlichen Dorfstruktur mit einzubeziehen.

Das bei einem internationalen Architektenwettbewerb aus 150 Teilnehmern aus 11 Nationen ermittelte Projekt des Rotterdamer Atelier Kempe Thill erfüllt diese Anforderungen sowohl architektonisch als auch funktionell. Es ermöglicht einen Konzertbetrieb auf internationalem Niveau.


Projektbeschreibungen durch die Jury (Auszug)
Atelier Kempe Thill, Rotterdam, Niederlande

Baustruktur und architektonische Gestaltung:
Ein klarer, symmetrischer und sehr zurückhaltender Baukörper charakterisiert das Projekt. Bezugnehmend auf den dörflichen Kontext und den Maßstab des Liszthauses ist das Volumen gestaffelt, mit ruhigen weißen Oberflächen und großzügigen Verglasungen im Erdgeschossbereich, die Außen- und Innenraumbereiche vernetzen. Der Dreiklang aus weißen Wandflächen, Glasflächen und Holzelementen definiert die Materialität des Objektes.

Funktionalität: Der symmetrische Baukörper determiniert die Funktionen. Der Konzertsaal liegt zentral und wird vom Eingangsbereich mit Kassa, Garderoben und Bar und dem zum Liszthaus orientierten Foyer und im Osten vom VIP-Bereich „umspült“. Im Norden sind Funktionsbereiche. Ein Teil des Foyers ist doppelgeschoßig, eine einläufige Treppe erschließt das Galeriegeschoß. Vom Galeriegeschoß aus sind auch die geforderten Bürobereiche und Künstlergarderoben erschlossen. Der Konzertsaal ist kompakt und mit einer umlaufenden Galerie ausgestattet.

Städtebauliche Lösung: Durch die Staffelung des Volumens, das Abrücken vom Liszthaus und das Schrägstellen des Objektes, entstehen großzügige Außenräume. Die schlichte, aber noble Monumentalität, die dem Maßstab der Dorfstruktur entspricht, wird gewürdigt.

Akustik (Auszug aus dem Konsulentengutachten Prof. Karlheinz Müller, München): Der geplante Konzertsaal ist sowohl von seiner primären Raumstruktur (Rechteckraum) als auch von seiner geplanten Innenauskleidung (großflächig, konkav gewölbte, hölzerne Wandflächen mit ausreichend hoher flächenbezogener Masse) als ideal für eine Kammermusiknutzung einzustufen. Bei einer Sitzlatzkapazität von ca. 570 Personen wird eine Volumenkennzahl von ca. 8 m³/Person erreicht, wodurch sehr gute raumakustische Verhältnisse zu erwarten sind.

Zeitplan:
Jänner 2004: Beginn der Vorbereitung für den Bau
Juni 2004: Ausschreibung des internationalen Architektenwettbewerbs
Oktober 2004: Ermittlung der Preisträger
Jänner 2005: Beauftragung der Architekten Atelier Kempe Thill
Frühjahr 2005: Detailplanungen und Ausschreibungen
Juni 2005: Spatenstich
Februar 2006: Gleichenfeier
Juli 2006: Fertigstellung Innenausbau und Mobilien, Bepflanzung und Park
August 2006: Probebetrieb
Oktober 2006: Eröffnung mit dem 1. Internationalen Franz Liszt-Festival „Liszten in Raiding“

Kosten:
Um das Franz Liszt Konzerthaus in Raiding zu einem Zentrum der Lisztpflege zu machen, werden im Zuge der Errichtung auch infrastrukturelle Maßnahmen mitberücksichtigt. Insbesondere wird durch eine neue Gartengestaltung die Einheit zwischen dem historischen Geburtshaus von Franz Liszt und dem neuen Grundstück für das Konzerthaus eine gemeinsame Parksituation geschaffen. Auch wird ein neuer Großparkplatz in unmittelbarer Nähe des Franz Liszt Zentrums gebaut. Die Grundstücke stellt die Gemeinde Raiding zur Verfügung. Insgesamt sind für Neubau, Ausgestaltung, Ausstattung und die infrastrukturellen Maßnahmen Euro 6,8 Mio vorgesehen, die gemeinsam vom Land Burgenland, der EU und der Republik Österreich aufgebracht werden.