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Auftaktfeier in Raiding (27.01.2011)

 

Liszts Ururenkelin Nike Wagner war Festrednerin: „Orchidee unserer abendländischen Musikkultur“

 

Vor zahlreichen prominenten Gästen aus Politik, Kunst, Kultur und Gesellschaft hat Bundespräsident Heinz Fischer am Donnerstag im burgenländischen Raiding das Jubiläums-Jahr rund um den 200. Geburtstag des Komponisten Franz Liszt eröffnet. Unter den Festrednern befand sich auch Liszts Ururenkelin und Weimarer Kunstfest-Chefin Nike Wagner. Einen kleinen musikalischen Auszug aus den unzähligen Werken des Klaviervirtuosen boten die „Tanzgeiger“ und die Liszt-Festival-Intendanten Eduard und Johannes Kutrowatz.

 

Über „Wurzeln und Flügel“ ihres Ururgroßvaters  sprach Nike Wagner bei der feierlichen Eröffnung von „Lisztomania 2011“. Dabei zog sie Vergleiche mit einer Orchidee, die Luftwurzeln habe, „denn Franz Liszt war nun wirklich einer, der überhaupt nur Flügel zu besitzen schien“. Zwar habe das Thema, vorgeschlagen von den Intendanten, für sie „zunächst verfehlt gewirkt“, dennoch habe sie sich gerne Gedanken darüber gemacht: „Diese Raidinger Luftwurzeln haben wohl das Schönste dazu beigetragen, dass Franz Liszt seine Flügel ausbreiten und sich in poetischem Schweben über den Abgründen des Lebens von den eigenen Ambitionen entfalten konnte. Dass er sich zu der ungewöhnlichsten Orchidee unserer abendländischen Musikkultur entwickeln konnte“.

 

Dicke Schneeflocken begleiteten die Gäste auf ihrem Weg von den Parkplätzen in den Konzertsaal in der mittelburgenländischen 850-Seelen-Gemeinde. Nur wenige Meter entfernt wurde Liszt am 22. Oktober 1811 geboren. Neben Fischer, der den Ehrenschutz für „Lisztomania 2011“ innehat, nahm in der ersten Reihe Verteidigungsminister Norbert Darabos  Platz. Unter den Ehrengästen fanden sich unter anderem auch Staatssekretär Reinhold Lopatka, die burgenländische Landesspitze sowie Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics und sein Vorgänger Paul Iby.

 

Wissenswertes über den Jubilar Liszt erzählte Moderatorin Barbara Rett, die sich inspiriert von den heißen und flotten Csardas-Rhythmen von den „Tanzgeigern“, für die nächste Dancing-Stars-Staffel einen ungarischen Tanz, eben einen Csardas wünschte. Sie führte durch die Veranstaltung, interviewte Landeshauptmann Hans Niessl  und dessen Stellvertreter Franz Steindl.

 

Die Hausherren Kutrowatz verzichteten am Liszt-Auftakt-Tag auf große Reden und widmeten sich ihrer Passion am Klavier. Sie ließen ihre Hände zur „Ungarischen Rhapsodie Nr.12“ und „Ungarischen Rhapsodie Nr.2“ aus der Feder von Franz Liszt gefühlvoll und zugleich impulsiv über die Tasten gleiten.

 

„Dem Burgenland kann man nur gratulieren, dieses Ereignis korrekt und authentisch wahrzunehmen und diesem großartigen Menschen und Komponisten Respekt zu zollen“, sagte Fischer. Er freue sich sehr, aus diesem Anlass wieder ins Burgenland gekommen zu sein, so der Bundespräsident. Auch Nike Wagner zeigte sich erfreut, vor so vielen Menschen über die „Wurzeln und Flügel“ ihres Ururgroßvaters sprechen zu dürfen. Sie philosophierte in ihrer Rede darüber, dass sich Liszt „zu der ungewöhnlichsten Orchidee unserer abendländischen Musikkultur entwickeln konnte“.

 

Nach dem offiziellen Auftakt wurde in Raiding die Liszt-Sonderbriefmarke vorgestellt. Diese ist ab 29. Jänner in limitierter Auflage erhältlich. Den krönenden Abschluss fand der große Liszt-Auftakt-Tag im Landesnorden. In der Burgenländischen Landesgalerie in Eisenstadt wurde die Ausstellung „Vivat Liszt!“ ebenfalls von Bundespräsident Fischer eröffnet. 32 internationale Künstler hatten sich im vergangenen Jahr im Rahmen eines eu-art-network Symposions mit dem Superstar Liszt auseinandergesetzt und seine „Töne in Farben verwandelt“, so die Initiatorin Christa Prets.

 

Der feierliche Festakt am Donnerstag hat nun offiziell das Liszt-Jahr im Burgenland eingeläutet. In vier Konzertblöcken präsentieren nationale und internationale Musiker die Werke Franz Liszts. Acht Ausstellungen im ganzen Land stellen außerdem das Leben und Wirken des Komponisten dar.