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bilanz liszt festival 2013


„Du kamst in mein Leben als der größte Mensch, an den ich je die vertraute Freundesanrede richten durfte!“ (Richard Wagner an Franz Liszt, 18. Mai 1872)

Die persönliche Freundschaft zwischen Franz Liszt und Richard Wagner war intensiv, aber ebenso äußerst ambivalent und spannungsgeladen. Während Liszt seinen Schwiegersohn großzügig förderte und damit wesentlich zu seinem Ruhm beitrug, war Wagner wohl mehr der Nehmer oder auch das „Pump-Genie“, wie Thomas Mann ihn nannte.

2013 feierte die Musikwelt sowohl den 200. Geburtstag von Richard Wagner als auch von Giuseppe Verdi. Anlässlich dieser beiden Jubiläen setzte das Liszt Festival Raiding Werke von Wagner und Verdi in Bezug zur Musik von Franz Liszt und beleuchtete diese aus verschiedenen Blickwinkeln. Zur Aufführung gelangen u.a. die „Meistersinger-Ouvertüre“, die berühmten „Wesendonck-Lieder“ aber auch Wagners Chormusik und natürlich Liszts meisterhafte Operntranskriptionen.

Einen weiteren Schwerpunkt bildete der große Orchesterzyklus, bei dem die Wiener Akademie in gewohnter Manier bedeutende Orchesterwerke von Liszt jenen von Verdi, Wagner, Bruckner sowie Josef Joachim (geboren in Kittsee) und Carl Goldmark (aufgewachsen in Deutschkreutz) gegenüberstellte, und wo mit dem Bayreuther Kammerorchester und dem Israel Chamber Orchestra auch internationale Gäste begrüßt wurden, die auch das symphonische Schaffen von Elgar, Grieg, Mendelssohn und Schostakowitsch präsentierten.

Der Klavierzyklus brachte sowohl ein Wiedersehen mit vielen Publikumslieblingen, als auch neue Vertreter der Pianisten-Elite aus aller Welt mit spannenden, nie gehörten Liszt-Programmen. Ganz im Sinne Liszts waren dabei die Elemente „Orchestraler Klang“, Improvisation, Transkription und Bearbeitung ein zentrales Thema. Dazu reihten sich interessante Gegenüberstellungen (Liszt & Südamerika), Widmungen (Liszt & Schumann), Schwerpunkte (Liszt & Kinderstücke, Liszt & Italien) sowie mit dem Vokalzyklus auch das poetische Feld der Lieder und Melodramen.

Die beiden Intendanten Johannes & Eduard Kutrowatz und Geschäftsführer Dr. Josef Wiedenhofer zeigen sich mit den künstleri¬schen Darbietungen äußerst zufrieden und ziehen eine positive Bilanz: „Wir freuen uns, dass das Publikum und die Presse die Konzerte so euphorisch angenommen haben. Das Liszt Festival Raiding konnte heuer bei einer Auslastung über 90% ca. 9.000 Besucher begrüßen. Unser großes Anliegen ist es nun, diese Begeisterung für die Persönlichkeit und das Werk von Franz Liszt in die nächsten Jahre weiterzutragen.“